Stefan Pauli, Teamleiter Baustellenkontrolle der AMKB, äussert sich zu den aktuellen Entwicklungen auf den Baustellen der Region und gibt Auskunft über die Kontrollstrategie seines Teams.

Stefan, wie beurteilst du die Situation auf den Baustellen der Region ganz generell?
Rein auf der Baustelle betrachtet, ist die Situation grundsätzlich gut. Die meisten Betriebe und Mitarbeitenden halten sich an die geltenden Vorschriften. Natürlich stellen wir bei unseren Kontrollen immer wieder einzelne Verstösse fest. Wichtig ist aber, das Gesamtbild zu sehen:
Es handelt sich nicht um einen generellen Missstand auf den Baustellen der Region.
Welche Verstösse begegnen euch aktuell besonders häufig?
Auf der Baustelle stellen wir aktuell immer wieder Verstösse im Zusammenhang mit den Meldepflichten fest. Auch die Einhaltung der geltenden Sicherheits- und Arbeitsbedingungen ist bei unseren Kontrollen immer wieder ein Thema.
In welchen Branchen habt ihr dieses Jahr besonders genau hingeschaut und wieso?
Wir konzentrieren uns grundsätzlich auf alle Bereiche und führen unsere Kontrollen risikoorientiert durch. Besonders genau schauen wir dorthin, wo ein hoher Preisdruck besteht, viele Subunternehmen eingesetzt werden oder ein hoher Anteil an temporären Mitarbeitenden vorhanden ist. Entscheidend ist für uns, nicht eine bestimmte Branche generell unter Verdacht zu stellen, sondern dort genauer hinzuschauen, wo aufgrund unserer Erfahrungen ein erhöhtes Risiko für Verstösse besteht.
Mit welchen Entwicklungen rechnest du in den nächsten Monaten?
Ich gehe davon aus, dass der wirtschaftliche Druck weiterhin spürbar bleibt.
Gleichzeitig werden die Strukturen auf den Baustellen teilweise komplexer – Stichwort Subunternehmerketten und «Sub-Sub-Sub»-Strukturen. Dadurch wird es schwieriger, den Überblick zu behalten und klar zu erkennen, wer für welche Arbeiten verantwortlich ist. Wir müssen deshalb aufmerksam bleiben und damit rechnen, dass auch Umgehungsversuche vielfältiger werden. Gerade deshalb bleibt die Kontrolle direkt auf der Baustelle wichtig.
Wie rüstet sich die AMKB für neue Herausforderungen?
Wir entwickeln unsere Kontrollen laufend weiter und versuchen, unsere Ressourcen dort einzusetzen, wo sie am meisten gebraucht werden. Unsere Mitarbeitenden sind gut geschult und bringen viel Erfahrung aus der Praxis mit. Gleichzeitig ist der Austausch mit den zuständigen Stellen und Sozialpartnern für uns sehr wichtig. Entscheidend ist, dass wir neue Entwicklungen früh erkennen und dort präsent sind, wo es nötig ist.